Methodik

Gleiche Daten. Gleiche Regeln. Sichtbare Grenzen.

Die Aussagekraft des Projekts hängt weniger davon ab, welche Partei gut oder schlecht abschneidet, als davon, ob die Regeln vor dem Ergebnis feststehen und für alle Parteien identisch angewendet werden.

01 · Gemeinsame Basis

Ein ZEW-Modell für alle sieben Parteien

Linke, BSW, SPD, Grüne, FDP, Union und AfD werden innerhalb derselben ZEW-EviSTA-Modellierung auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels verglichen.

02 · Zehn gleiche Gruppen

Keine Fachsprache in der Bedienung

Haushalte werden nach verfügbarem Einkommen in zehn gleich große Gruppen geteilt. Jede umfasst 10 Prozent. Der Fachbegriff „Dezil“ bleibt nur als methodische Erläuterung erhalten.

03 · Mehrere Dimensionen

Kein Tunnelblick auf Steuern

Neben Einkommen werden Armutsrisiko, Einkommensungleichheit, Beispielhaushalte und Staatshaushalt getrennt dargestellt.

04 · Keine versteckten Gewichte

Bewusst kein Gesamtscore

Ein Score müsste politisch entscheiden, wie stark Armut, hohe Einkommen, Staatsfinanzen oder andere Ziele gewichtet werden. Diese Wertentscheidung bleibt beim Leser.

05 · Gegenbefunde

Ungünstige Ergebnisse bleiben stehen

Ein Ergebnis wird nicht entfernt, weil es einer Ausgangsthese widerspricht. Die 180.000-Euro-Beispielrechnung oder positive Werte aller zehn Gruppen bei Union, FDP und AfD sind deshalb genauso sichtbar wie andere Befunde.

06 · Korrekturen

Neue Daten dürfen alte Aussagen präzisieren

Der frühere Fokus auf „neun von zehn Gruppen“ wurde nach dem vollständigen Parteienvergleich korrigiert: Die bloße Zahl positiver Gruppen ist kein ausreichender Vergleichsmaßstab.

07 · Wirkung vor Vorzeichen

Charts erklären ihre Leserichtung

Bei Armutsrisiko und Ungleichheit ist ein mathematisches Minus sozial günstig. Deshalb trennt die Visualisierung Zahlenwert und Wirkungsrichtung ausdrücklich.

08 · Unabhängigkeit

Finanzierung und Urheberschaft offen

Initiator und Autor ist Tobias Kasimir. Private finanzielle Unterstützung: Tom Siedenberg. Keine Partei und kein Unternehmen steuert das Projekt.

Was ZEW berechnet

Direkte Haushaltswirkungen – keine vollständige Regierungsprognose

Dieser Unterschied ist für jede Interpretation zentral.

Euro-Zeitraum: Die absoluten ZEW-Werte werden als Jahreswerte dargestellt. Für die bürgernahe Orientierung ergänzt der Parteienvergleich einen mit „≈“ gekennzeichneten Monatswert. Formel: Jahreswert ÷ 12; auf volle Euro gerundet. Der Monatswert ist eine Ableitung dieser Website, kein zusätzlicher ZEW-Originalwert.

Enthalten

Quantifizierbare Vorschläge unter anderem zu Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag, Vermögensteuer, Bürgergeld, Mindestlohn und Klimageld.

Nicht vollständig enthalten

Mehrwertsteuer, CO₂-Preiswirkungen und andere Maßnahmen, die nicht direkt auf verfügbares Einkommen heruntergebrochen wurden.

Nicht modelliert

Vollständige Zweitrundeneffekte auf Beschäftigung, Investitionen, Preise, Wachstum oder langfristiges Verhalten.

Quellenhierarchie

Welche Quelle darf welche Aussage tragen?

Parteiprogramme zeigen Absichten. Unabhängige Forschung modelliert Wirkungen. Amtliche Statistik beschreibt die gemessene Lage.

QuellentypVerwendungNicht zulässige Überdehnung
ZEW / unabhängige ModellrechnungDirekte Wirkungen quantifizierbarer Reformvorschläge im Parteienvergleich.Keine vollständige Prognose der Gesamtprogramme.
Destatis / EU-SILCGemessene soziale Lage: Armut, Wohnen, Einkommen.Keine Aussage darüber, welche Partei die Ursache ist.
EZB, OECD, IWF, IAB, DIWÖkonomische Mechanismen und empirische Gegenproben.Keine automatische Übertragung jeder Studie auf jedes konkrete Parteiprogramm.
ParteiprogrammeBeleg dafür, was eine Partei fordert.Kein unabhängiger Wirkungsnachweis.

Bürgerverständliche Einordnung

Wie entstehen die Monatseinkommen der zehn Gruppen?

Die ZEW-Studie veröffentlicht die Veränderung jeder Einkommensgruppe sowohl in Prozent als auch in Euro. Daraus lässt sich der gemeinsame Status-quo-Ausgangswert der Gruppe rekonstruieren.

Was wird berechnet?

Für jede der zehn Gruppen werden die veröffentlichten Prozentwerte aus den ZEW-Abbildungen 9–16 mit den absoluten Euro-Werten aus den Abbildungen 25–32 kombiniert. Da beide Darstellungen gerundet sind, verwenden wir alle Parteien gemeinsam und schätzen einen gemeinsamen Ausgangswert mit einer Kleinste-Quadrate-Berechnung.

Was bedeutet der Wert?

Das Ergebnis ist ein durchschnittliches äquivalenzgewichtetes verfügbares Haushaltseinkommen im Modellstatus 2024. Der Jahreswert wird durch 12 geteilt und für die Anzeige auf 10 Euro gerundet. Er ist weder Bruttoeinkommen noch eine exakte Unter- oder Obergrenze des Dezils.

Haushaltsgröße

Das ZEW nutzt die OECD-Äquivalenzskala: erste Person 1,0; jede weitere Person ab 14 Jahren 0,5; jedes Kind unter 14 Jahren 0,3. Deshalb kann derselbe äquivalenzgewichtete Wert für einen größeren Haushalt einem höheren tatsächlichen Haushaltsnettoeinkommen entsprechen.

Barrierefreiheit

Nach WCAG 2.2 gedacht

Daten sollen auch ohne Farbe, Maus, Audio oder JavaScript verständlich bleiben.

Tastatur

Navigation, Auswahlfelder, Details und Tabellen sind mit nativen HTML-Elementen bedienbar. Ein Skip-Link führt direkt zum Hauptinhalt.

Farbe

Parteien werden nicht allein durch Farben unterschieden. Werte, Namen und Leserichtung stehen zusätzlich als Text bereit.

Charts

Interaktive Grafiken besitzen zugängliche Tabellen oder statische Datenansichten als vollständige Alternative.

Bewegung & Zoom

Animationen werden bei „prefers-reduced-motion“ reduziert. Das Layout bleibt bei hoher Browser-Vergrößerung nutzbar.

Begriffe

Fachsprache in Alltagssprache

Wissenschaftliche Genauigkeit verlangt keine unnötig komplizierte Bedienoberfläche.

10 Einkommensgruppen

Je 10 Prozent der Haushalte, nach verfügbarem Einkommen sortiert. Fachbegriff: Dezile.

Einkommensungleichheit

Wie stark Einkommen auseinanderliegen. Das ZEW verwendet dafür den Gini-Koeffizienten.

Modellrechnung

Eine rechnerische Simulation auf realen Haushaltsdaten. Sie ist keine sichere Vorhersage zukünftigen Verhaltens.

Methodik · Version 1.1.5 · stabil

Adaptive Wirkungsevaluation 2026/2027

Der Wirkungsmonitor trennt Ex-ante-Modellierung, Beobachtung und Kausalinferenz. Eine Zeitreihe allein belegt keine Ursache.

Präregistrierung

Hypothese, Zielvariable, Vergleichsgruppe, Zeitraum und Auswertungsverfahren werden möglichst vor der späteren Ergebnisbewertung festgelegt.

Kontrafaktum

Difference-in-Differences, Event Studies und Synthetic-Control-Ansätze sollen abschätzen, wie sich eine betroffene Gruppe ohne Maßnahme entwickelt hätte.

Datenreife

Vorläufige, hochgerechnete, revidierte und kausal evaluierte Werte erhalten unterschiedliche Status. Frühdaten werden nicht als endgültige Evidenz ausgegeben.

Regel: Nicht umgesetzte Programmpunkte können durch spätere Konjunkturdaten weder bestätigt noch widerlegt werden. Kausaltests beziehen sich auf tatsächlich umgesetzte Maßnahmen und deren messbare Exposition.

Zum wissenschaftlichen Protokoll