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Hilfe & Begriffe

Daten verstehen – ohne Fachsprache

Hier finden Sie kurze Antworten, verständliche Erklärungen zu Fachbegriffen und Informationen darüber, wer hinter den verwendeten Quellen steht.

Sofort erklärt

Prozent, Euro pro Jahr und Euro pro Monat

Im Parteienvergleich stehen drei Angaben nebeneinander. Sie beantworten unterschiedliche Fragen.

%
Relative VeränderungWie stark verändert sich das verfügbare Einkommen im Verhältnis zum Ausgangswert?
€ / Jahr
ZEW-OriginalwertAbsolute Veränderung des verfügbaren Einkommens pro Jahr.
≈ € / Monat
Orientierung für den AlltagVon uns berechnet: Jahreswert ÷ 12, auf volle Euro gerundet.

Beispiel: +2.951 € pro Jahr entsprechen rechnerisch ungefähr +246 € pro Monat. Das Zeichen ≈ macht sichtbar: Der Monatswert ist eine abgeleitete Orientierung.

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten zuerst

Ist das eine Wahlempfehlung?

Nein. Der Datencheck vergleicht messbare Wirkungen nach denselben Regeln. Er entscheidet nicht, welche politischen Ziele wichtiger sind und vergibt deshalb auch keinen Gesamtsieger.

Warum gibt es keinen Gesamt-Score für die Parteien?

Ein Gesamtwert müsste festlegen, wie stark zum Beispiel Armutsrisiko, verfügbares Einkommen, Einkommensungleichheit und Staatshaushalt gegeneinander gewichtet werden. Das wäre bereits eine politische Wertentscheidung. Deshalb bleiben die einzelnen Wirkungen getrennt sichtbar.

Was bedeutet ein Plus beim verfügbaren Einkommen?

Ein Plus bedeutet: In der ZEW-Modellrechnung hat die jeweilige Einkommensgruppe nach den direkt quantifizierbaren Maßnahmen im Durchschnitt mehr verfügbares Einkommen als im Ausgangszustand. Es bedeutet nicht, dass jeder einzelne Haushalt in dieser Gruppe exakt diesen Wert erreicht.

Warum kann ein negativer Wert trotzdem günstig sein?

Weil das Vorzeichen nur die mathematische Richtung beschreibt. Sinkt beispielsweise die Armutsrisikoquote um 2,8 Prozentpunkte, ist der Zahlenwert negativ, die soziale Wirkung – weniger Armutsgefährdung – aber günstig.

Was bedeuten „ärmste 10 %“, „10–20 %“ und so weiter?

Alle Haushalte werden nach ihrem verfügbaren, für die Haushaltsgröße angepassten Einkommen sortiert und in zehn gleich große Gruppen geteilt. Jede Gruppe umfasst 10 Prozent. Der wissenschaftliche Fachbegriff dafür ist Dezil.

Berechnet das ZEW wirklich das gesamte Wahlprogramm?

Nein. Die Untersuchung erfasst direkt quantifizierbare Vorschläge, insbesondere aus dem Steuer- und Transfersystem sowie zum Mindestlohn. Nicht vollständig berücksichtigt werden beispielsweise spätere Wirkungen auf Beschäftigung, Preise, Investitionen oder Wachstum.

Werden hier nur unabhängige Institute verwendet?

Nein. Die Quellen haben unterschiedliche institutionelle Formen. Destatis ist eine Bundesoberbehörde mit gesetzlich geregelter fachlicher Unabhängigkeit der Statistik. ZEW und DIW sind Forschungsinstitute der Leibniz-Gemeinschaft. Das IAB ist die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit und arbeitet wissenschaftlich unabhängig. EZB, OECD und IWF sind europäische beziehungsweise internationale Institutionen. Diese Unterschiede werden auf dieser Seite offen benannt.

Warum werden Parteiprogramme nicht als Wirkungsbeleg verwendet?

Ein Parteiprogramm belegt zuverlässig, was eine Partei fordert. Es ist aber kein unabhängiger Nachweis dafür, welche Wirkung diese Forderung später tatsächlich hätte. Deshalb trennt der Datencheck politische Primärquellen von Modellrechnungen, amtlicher Statistik und empirischer Forschung.

Wie werden Fehler oder neue Erkenntnisse behandelt?

Aussagen werden präzisiert oder korrigiert, wenn vollständigere Daten einen früheren Befund verändern. Ein Beispiel ist die frühere Hervorhebung von „neun von zehn Einkommensgruppen im Plus“ bei der Linken: Im vollständigen Vergleich zeigte sich, dass die bloße Zahl positiver Gruppen kein ausreichender Vergleichsmaßstab ist.

Warum kann ein Programm alle Einkommensgruppen im Durchschnitt entlasten und trotzdem Ungleichheit erhöhen?

Weil nicht nur zählt, ob Einkommen steigen, sondern wie stark sie in verschiedenen Gruppen steigen. Wenn höhere Einkommen deutlich stärker zulegen als niedrigere, kann die Ungleichheit wachsen. Außerdem sind Gruppenwerte Durchschnittswerte und bilden nicht jede einzelne Haushaltskonstellation ab.

Sind die Euro-Werte pro Monat oder pro Jahr?

Die ZEW-Euro-Werte sind Jahreswerte. Auf der Website steht deshalb zuerst der Originalwert als „€ / Jahr“.

Zusätzlich zeigen wir einen Monatswert mit dem Zeichen ≈. Dieser Monatswert ist eine von uns abgeleitete Orientierung: Jahreswert ÷ 12, auf volle Euro gerundet.

Beispiel: +2.951 € pro Jahr entsprechen rechnerisch ungefähr +246 € pro Monat.

Welches Monatseinkommen steckt hinter den zehn Einkommensgruppen?

Die ZEW-Gruppen basieren auf dem verfügbaren Haushaltseinkommen im Modellstatus 2024, angepasst an Haushaltsgröße und -zusammensetzung. Die Studie veröffentlicht für die zehn Gruppen keine einfachen Euro-Grenzen. Deshalb zeigen wir keine erfundenen Spannen, sondern den aus den veröffentlichten Prozent- und Euro-Werten rekonstruierten Gruppen-Durchschnitt.

EinkommensgruppeØ verfügbares Einkommen / Monat
ärmste 10 %Ø ca. 1.070 € / Monat
10–20 %Ø ca. 1.820 € / Monat
20–30 %Ø ca. 2.230 € / Monat
30–40 %Ø ca. 2.670 € / Monat
40–50 %Ø ca. 3.160 € / Monat
50–60 %Ø ca. 3.660 € / Monat
60–70 %Ø ca. 4.240 € / Monat
70–80 %Ø ca. 5.000 € / Monat
80–90 %Ø ca. 5.930 € / Monat
reichste 10 %Ø ca. 9.820 € / Monat

Für Singles entspricht der Wert ungefähr dem verfügbaren Haushaltseinkommen. Bei Mehrpersonenhaushalten muss die OECD-Äquivalenzskala berücksichtigt werden. Der Parteienvergleich bietet dafür eine kleine Haushaltsumrechnung.

Zur Einkommensgruppe und Haushaltsumrechnung →

Glossar

Fachbegriffe in Alltagssprache

Die Erklärung steht immer sichtbar im Text. Das HTML-Element <abbr> ist auf anderen Seiten nur eine zusätzliche Hilfe – die Bedeutung wird nicht ausschließlich über Hover oder ein Tooltip vermittelt.

Abkürzung

ZEW

ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Ein Wirtschaftsforschungsinstitut in Mannheim und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die zentrale Parteien-Modellrechnung dieser Website stammt vom ZEW.

Abkürzung

SOEP

Sozio-oekonomisches Panel. Eine große, seit 1984 laufende Wiederholungsbefragung von Menschen und Haushalten in Deutschland. Die ZEW-Modellrechnung nutzt SOEP-Daten als Grundlage.

Abkürzung

Destatis

Kurzname des Statistischen Bundesamtes. Es liefert die amtlichen deutschen Statistiken, die nach den gesetzlichen Grundsätzen der Neutralität, Objektivität und fachlichen Unabhängigkeit erstellt werden.

Abkürzung

EU-SILC

European Union Statistics on Income and Living Conditions – auf Deutsch: EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen. Sie liefert vergleichbare Daten zu Armut, Einkommen und Lebensbedingungen.

Abkürzung

AROPE

At Risk of Poverty or Social Exclusion. Gemeint ist der Anteil der Menschen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind.

Abkürzung

EZB / ECB

Europäische Zentralbank; englisch European Central Bank (ECB). Sie ist die Zentralbank des Euroraums und hat als Hauptziel Preisstabilität.

Abkürzung

OECD

Organisation for Economic Co-operation and Development – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Eine zwischenstaatliche Organisation, die Daten, Analysen und Politikempfehlungen erarbeitet.

Abkürzung

IWF / IMF

Internationaler Währungsfonds; englisch International Monetary Fund (IMF). Eine internationale Organisation mit 191 Mitgliedsländern, die sich mit Finanzstabilität, wirtschaftspolitischer Beratung und internationaler Zusammenarbeit befasst.

Abkürzung

IAB

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Sie untersucht den Arbeitsmarkt empirisch und arbeitet wissenschaftlich unabhängig.

Abkürzung

DIW

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin. Ein unabhängiges, öffentlich gefördertes Forschungsinstitut und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Abkürzung

Pp.

Prozentpunkte. Sie beschreiben den absoluten Unterschied zwischen zwei Prozentwerten. Steigt eine Quote von 10 auf 12 Prozent, sind das +2 Prozentpunkte – aber +20 Prozent relativ zum Ausgangswert.

Abkürzung

WCAG

Web Content Accessibility Guidelines. Internationale Leitlinien für barrierefreie Webinhalte. Die Website orientiert sich an WCAG 2.2.

Fachbegriff

Dezil

Eine von zehn gleich großen Gruppen einer sortierten Verteilung. Auf dieser Website wird stattdessen bewusst „ärmste 10 %“, „10–20 %“ usw. geschrieben.

Fachbegriff

Quintil

Eine von fünf gleich großen Gruppen. Jedes Quintil umfasst 20 Prozent einer sortierten Bevölkerung.

Fachbegriff

Perzentil

Ein Grenzwert innerhalb einer sortierten Verteilung. Das 90. Perzentil bedeutet: 90 Prozent liegen auf oder unter diesem Wert, 10 Prozent darüber.

Fachbegriff

Median

Der mittlere Wert einer sortierten Reihe: Eine Hälfte liegt darunter, die andere darüber. Der Median ist weniger anfällig für einzelne sehr hohe oder sehr niedrige Werte als der Durchschnitt.

Fachbegriff

Gini-Koeffizient

Ein statistisches Maß für Ungleichheit. Vereinfacht gilt: Je niedriger der Wert, desto gleichmäßiger ist die betrachtete Verteilung; je höher, desto ungleicher.

Fachbegriff

Verfügbares Einkommen

Das Einkommen, das einem Haushalt nach Steuern und Sozialabgaben sowie unter Einbeziehung empfangener staatlicher Transfers zur Verfügung steht.

Fachbegriff

Äquivalenzgewichtetes Einkommen

Ein Haushaltseinkommen, das an Größe und Zusammensetzung des Haushalts angepasst wird. So können etwa Einpersonenhaushalte und Familien sinnvoller miteinander verglichen werden.

Fachbegriff

Armutsrisikoquote

Anteil der Menschen, deren Einkommen unter einer festgelegten relativen Armutsgefährdungsschwelle liegt. In EU-Auswertungen liegt diese Schwelle üblicherweise bei 60 Prozent des mittleren äquivalenzgewichteten Einkommens.

Fachbegriff

Wohnkostenüberbelastung

Auf dieser Website: Anteil der Menschen, deren Wohnkosten mehr als 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens ausmachen – entsprechend der verwendeten Destatis-/Eurostat-Definition.

Fachbegriff

Modellrechnung / Mikrosimulation

Eine rechnerische Simulation, die Regeln – zum Beispiel Steuern oder Transfers – auf reale oder repräsentative Haushaltsdaten anwendet. Sie zeigt, was unter den Modellannahmen herauskommt; sie ist keine sichere Zukunftsvorhersage.

Fachbegriff

ZEW-EviSTA

Das Evaluationsmodell des ZEW für integrierte Steuer- und Transferpolitik-Analysen. Mit diesem Modell wurden die direkten finanziellen Wirkungen der untersuchten Wahlprogrammvorschläge berechnet.

Fachbegriff

Direkte Wirkung

Der unmittelbar berechenbare Effekt einer Regeländerung – zum Beispiel eine andere Steuer oder Transferleistung – bevor spätere Reaktionen von Unternehmen, Beschäftigten, Preisen oder Investitionen berücksichtigt werden.

Fachbegriff

Zweitrundeneffekt

Eine spätere indirekte Reaktion auf eine Maßnahme, etwa veränderte Beschäftigung, Investitionen, Preise, Löhne oder Konsum. Solche Effekte sind in der zentralen ZEW-Auswertung nicht vollständig enthalten.

Fachbegriff

Fiskalisch

Den Staatshaushalt betreffend. „Fiskalische Wirkung“ bedeutet also: Wie verändern sich staatliche Einnahmen oder Ausgaben?

Fachbegriff

Transferleistung

Eine staatliche Geldleistung an Haushalte, der keine direkte Gegenleistung gegenübersteht – beispielsweise bestimmte Sozialleistungen.

Fachbegriff

Marginale Konsumneigung

Der Anteil eines zusätzlichen Euro Einkommen, der zusätzlich ausgegeben statt gespart wird. „Marginal“ bedeutet hier: bezogen auf eine zusätzliche Einheit Einkommen.

Fachbegriff

Crowding-in

Ein Effekt, bei dem öffentliche Investitionen zusätzliche private Investitionen anstoßen – beispielsweise weil bessere Infrastruktur private Projekte rentabler macht. Das Gegenstück wird oft „Crowding-out“ genannt.

Fachbegriff

Evidenz

Nachvollziehbare Belege für eine Aussage – etwa amtliche Daten, eine empirische Studie oder eine transparente Modellrechnung. Evidenz ist stärker, wenn Methode, Daten und Grenzen überprüfbar sind.

Fachbegriff

Primärquelle

Die ursprüngliche Quelle einer Information. Ein Wahlprogramm ist zum Beispiel die Primärquelle dafür, was eine Partei fordert. Es beweist aber nicht automatisch die Wirkung der Forderung.

Fachbegriff

Gegenbefund

Ein Ergebnis, das einer naheliegenden oder gewünschten Schlussfolgerung widerspricht oder sie begrenzt. Gegenbefunde bleiben auf dieser Website sichtbar, weil sie die Prüfung glaubwürdiger machen.

Fachbegriff

Korrelation

Ein statistischer Zusammenhang zwischen zwei Größen. Eine Korrelation allein beweist noch nicht, dass die eine Größe die andere verursacht.

Fachbegriff

Kausalität

Ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang: Eine Veränderung von A bewirkt eine Veränderung von B. Kausalität zu belegen ist anspruchsvoller als nur einen statistischen Zusammenhang zu zeigen.

Fachbegriff

Nominal / real

„Nominal“ bedeutet in aktuellen Geldbeträgen. „Real“ bedeutet preisbereinigt. Reale Werte berücksichtigen also, dass sich die Kaufkraft durch Inflation verändern kann.

Quellen verstehen

Wer steckt hinter den Daten?

Forschungsinstitut, Behörde, Zentralbank und internationale Organisation sind nicht dasselbe. Deshalb nennen wir die institutionelle Rolle ausdrücklich.

Forschungsinstitut · Leibniz-Gemeinschaft

ZEW Mannheim

Was ist das?
Das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim forscht zu wirtschaftspolitischen Fragen. Für diese Website ist es die zentrale Quelle des Parteienvergleichs. Die Studie wurde mit ZEW-EviSTA auf SOEP-Daten gerechnet.
Personen zur Einordnung
Holger Stichnoth und Michael Hebsaker sind die Autoren der verwendeten Wahlprogrammstudie. ZEW-Präsident ist Achim Wambach; er ist nicht als Autor dieser Studie ausgewiesen.

Forschungsdaten-Infrastruktur

SOEP am DIW Berlin

Was ist das?
Das Sozio-oekonomische Panel befragt seit 1984 wiederholt Menschen und Haushalte in Deutschland. Aktuell werden jährlich rund 30.000 Menschen in knapp 20.000 Haushalten befragt. Das ZEW verwendet SOEP-Daten als Grundlage seiner Modellrechnung.
Personen zur Einordnung
SOEP-Direktorin ist Sabine Zinn. Sie ist damit für die Infrastruktur relevant, aber nicht Autorin der ZEW-Wahlprogrammstudie.

Amtliche Statistik · Bundesoberbehörde

Statistisches Bundesamt · Destatis

Was ist das?
Destatis ist die zentrale amtliche Statistikstelle des Bundes. Das Bundesstatistikgesetz verlangt Neutralität, Objektivität und fachliche Unabhängigkeit. Auf dieser Website stammen unter anderem Daten zu Armut, Wohnen und Verdiensten von Destatis.
Personen zur Einordnung
Präsidentin des Statistischen Bundesamtes ist Dr. Ruth Brand. Die veröffentlichten Statistiken sind institutionelle amtliche Ergebnisse und werden hier nicht einer einzelnen Person als Autorin zugerechnet.

EU-Institution · Zentralbank

Europäische Zentralbank · EZB

Was ist das?
Die EZB ist die Zentralbank des Euroraums. Ihr Hauptziel ist Preisstabilität; außerdem wirkt sie an der Bankenaufsicht mit. Die auf dieser Website verwendete EZB-Analyse hilft, Unterschiede beim Konsum zusätzlicher Einkommen einzuordnen.
Personen zur Einordnung
Präsidentin ist Christine Lagarde. Der konkret verwendete Artikel wurde von Pedro Baptista, Maarten Dossche, Andrew Hannon, Dorian Henricot, Omiros Kouvavas, Davide Malacrino und Larissa Zimmermann erstellt.

Zwischenstaatliche Organisation

OECD

Was ist das?
Die OECD wurde 1961 gegründet und erarbeitet Daten, Analysen, Standards und Politikempfehlungen. Auf dieser Website wird sie unter anderem zur Einordnung des Zusammenhangs zwischen Ungleichheit und längerfristigem Wachstum verwendet.
Personen zur Einordnung
Generalsekretär ist Mathias Cormann. Autor des konkret verwendeten OECD-Arbeitspapiers zu Ungleichheit und Wachstum ist Federico Cingano.

Internationale Organisation

Internationaler Währungsfonds · IWF/IMF

Was ist das?
Der IWF ist eine Organisation von 191 Mitgliedsländern. Er beobachtet Volkswirtschaften, berät zu Wirtschaftspolitik und kann Mitgliedsländer finanziell unterstützen. Hier wird eine Deutschlandanalyse zu öffentlichen Investitionen herangezogen.
Personen zur Einordnung
Geschäftsführende Direktorin ist Kristalina Georgieva. Die auf der Website verwendete Deutschlandanalyse ist ein IMF Staff Report; die Institutsleitung wird nicht als Autorin dieses Berichts dargestellt.

Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit

IAB

Was ist das?
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung untersucht den Arbeitsmarkt empirisch und berät auf wissenschaftlicher Grundlage. Es ist Teil der Bundesagentur für Arbeit und arbeitet wissenschaftlich unabhängig.
Personen zur Einordnung
Direktor ist Prof. Bernd Fitzenberger, PhD. Autor des konkret verwendeten Discussion Papers zu Berufseinsteigern und Mindestlohn ist Matthias Umkehrer.

Forschungsinstitut · Leibniz-Gemeinschaft

DIW Berlin

Was ist das?
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ist ein unabhängiges, überwiegend öffentlich finanziertes Forschungsinstitut. Auf dieser Website wird eine DIW-Untersuchung zum Berliner Mietendeckel als Gegen- und Ergänzungsevidenz verwendet.
Personen zur Einordnung
Präsident ist Marcel Fratzscher. Autoren der konkret verwendeten Mietendeckel-Studie sind Anja M. Hahn, Konstantin A. Kholodilin und Sofie R. Waltl.

Internationale Forschungsdaten-Infrastruktur

World Inequality Lab / WID

Was ist das?
Das World Inequality Lab entwickelt und veröffentlicht harmonisierte Daten zur Verteilung von Einkommen und Vermögen. Für den neuen Vermögensblock verwenden wir die Deutschland-Angaben des World Inequality Report 2026.
Wofür auf dieser Website?
Hauptschätzung der deutschen privaten Nettovermögensverteilung: untere 50 %, mittlere 40 %, reichste 10 % und reichstes 1 %.

Methodik ansehen

Weitere früher verwendete Stellen

Rechtslage, politische Bildung und Webstandards

Diese Stellen tragen nicht den zentralen Parteienvergleich, sind aber für einzelne Rechts-, Kontext- oder Barrierefreiheitsangaben wichtig.

Autorenschaft

Wer hat die verwendeten Studien verfasst?

Institutsleitung und Autorenschaft werden getrennt. Eine Präsidentin oder ein Direktor ist nicht automatisch Autor einer Publikation des eigenen Hauses.

ZEW-Wahlprogrammstudie 2025

Holger Stichnoth & Michael Hebsaker

Autoren der zentralen ZEW-Publikation „Reformvorschläge der Parteien zur Bundestagswahl 2025: Finanzielle Auswirkungen“. Die Recherchen zu den Wahlprogrammen wurden laut ZEW in Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung unterstützt; die Berechnungen führte das ZEW durch.

EZB Economic Bulletin 4/2025

Pedro Baptista u. a.

Der von uns verwendete EZB-Artikel wurde von Pedro Baptista, Maarten Dossche, Andrew Hannon, Dorian Henricot, Omiros Kouvavas, Davide Malacrino und Larissa Zimmermann erstellt.

OECD Working Paper

Federico Cingano

Autor des verwendeten OECD-Arbeitspapiers „Trends in Income Inequality and its Impact on Economic Growth“ (2014).

IAB Discussion Paper 16/2025

Matthias Umkehrer

Autor der verwendeten IAB-Studie „The Impact of the Minimum Wage on Initial Labour Market Outcomes“ zu Berufseinsteigern und Mindestlohn.

DIW Wochenbericht 8/2021

Anja M. Hahn · Konstantin A. Kholodilin · Sofie R. Waltl

Autoren der verwendeten Untersuchung zu den unmittelbaren Auswirkungen des Berliner Mietendeckels auf Angebotsmieten und Wohnungsangebot.

Transparenzregel: Personen werden nur genannt, wenn ihre Rolle auf einer offiziellen Instituts- oder Publikationsseite nachvollziehbar ist.

Quellenkompetenz

Vier Fragen vor jeder Schlussfolgerung

Eine seriöse Quelle kann trotzdem nur einen Teil der Gesamtfrage beantworten. Diese vier Schritte helfen bei der Einordnung.

1

Was für eine Quelle ist das?

Amtliche Messung, Modellrechnung, empirische Studie, politische Primärquelle oder Kommentar?

2

Welche Frage beantwortet sie wirklich?

Direkte Einkommenswirkung, langfristiges Wachstum, Beschäftigung, Mieten oder nur die politische Forderung?

3

Wer hat die konkrete Aussage erstellt?

Institutionelle Leitung und Studienautorenschaft nicht verwechseln. Deshalb führen wir beide Rollen getrennt und verlinken offizielle Profile.

4

Welche Grenze nennt die Quelle selbst?

Zeitraum, Annahmen, fehlende Zweitrundeneffekte, Stichprobe oder Unsicherheit immer mitlesen.

Weitere Hilfe

Ein Begriff bleibt unklar?

Dann ist das für uns ein Usability-Hinweis. Die Website soll ohne Fachstudium verständlich sein. Nutzen Sie die Suche oben oder wechseln Sie direkt zur Methodik und zu den Originalquellen.

Vermögen & Kapital

Was bedeuten die neuen Vermögenszahlen?

Vier kurze Antworten trennen Vermögen, Einkommen, Kapital und Messunsicherheit.

Was ist privates Nettovermögen?

Finanzielle Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen oder Bankguthaben plus nichtfinanzielle Vermögenswerte wie Immobilien und Land, abzüglich Schulden. Es ist ein Bestand zu einem Zeitpunkt – kein Monats- oder Jahreseinkommen.

Was bedeutet „das reichste 1 % besitzt 27,7 %“?

Von je 100 Euro privatem Nettovermögen entfallen nach der WIR-Schätzung für Deutschland 27,70 Euro auf das reichste 1 Prozent. Die restlichen 99 Prozent besitzen zusammen 72,30 Euro. Diese 99 Prozent sind aber sehr ungleich: Die untere Hälfte besitzt zusammen nur 3,40 Euro.

Sind diese 27,7 % Bargeld oder „totes Geld“?

Nein. Vermögen besteht zu großen Teilen aus Immobilien, Unternehmen, Aktien, Anleihen und anderen Vermögenswerten. Diese können Finanzierung, Investitionen und Kapitalerträge ermöglichen. Die Verteilungszahl sagt zunächst nur, wem die Vermögenswerte zugerechnet werden.

Warum nennt das DIW für das reichste 1 % einen höheren Wert?

Die DIW-Schätzung von 35,3 Prozent bezieht sich auf 2019 und ergänzt eine Hochvermögenden-Stichprobe sowie eine Reichenliste. Der WIR-Wert von 27,7 Prozent bezieht sich auf 2024 und verwendet eine andere harmonisierte Methodik. Wir behandeln die Werte deshalb nicht als direkte Zeitreihe, sondern als Hinweis darauf, dass Vermögen an der Spitze statistisch schwer zu messen ist.

Fachbegriff

Nettovermögen

Alle finanziellen und nichtfinanziellen Vermögenswerte minus Schulden.

Fachbegriff

Vermögensanteil

Der Anteil einer Bevölkerungsgruppe am gesamten erfassten Nettovermögen. 27,7 % bedeutet: 27,7 von 100 Euro des Gesamtbestands.

Begriffsklärung

Kapital und Vermögen

Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet. Für die Verteilungszahl sprechen wir präziser von privatem Nettovermögen. „Kapital“ kann in der Ökonomie enger die für Produktion oder Finanzierung eingesetzten Vermögensbestände bezeichnen.

Vermögensverteilung ansehen Ökonomische Einordnung

Neue Hilfe · Wirkungsmonitor

Wie wird spätere Wirkung wissenschaftlich geprüft?

Die wichtigsten neuen Begriffe in kurzer, bürgerverständlicher Form.

Warum beweist eine Veränderung nach einer Reform noch keine Wirkung?

Weil gleichzeitig viele andere Dinge wirken können: Konjunktur, Energiepreise, Zinsen, Demografie oder andere Gesetze. Für einen Kausalschluss braucht man einen plausiblen Vergleich dazu, was ohne die Reform geschehen wäre.

Was bedeutet „Difference-in-Differences“?

Man vergleicht die Veränderung einer stark betroffenen Gruppe mit der Veränderung einer möglichst ähnlichen, wenig betroffenen Gruppe – jeweils vor und nach der Reform. Entscheidend ist unter anderem, ob sich beide Gruppen vorher ähnlich entwickelt haben.

Was ist eine Event Study?

Eine Event Study zeigt mehrere Zeitpunkte vor und nach einer Maßnahme. So wird sichtbar, ob Unterschiede schon vor Inkrafttreten bestanden oder erst danach entstanden.

Was ist ein Konfidenzintervall?

Es zeigt die statistische Unsicherheit einer Effektschätzung. Ein einzelner Punktschätzer kann positiv sein, obwohl die Daten zugleich auch einen kleinen negativen Effekt zulassen.

Was bedeutet Präregistrierung?

Hypothese, Messgrößen und Auswertungsmethode werden möglichst festgelegt, bevor das spätere Ergebnis bekannt ist. So sinkt das Risiko, im Nachhinein nur passende Kennzahlen auszuwählen.

Wirkungsmonitor öffnen