ZEW
ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Ein Wirtschaftsforschungsinstitut in Mannheim und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die zentrale Parteien-Modellrechnung dieser Website stammt vom ZEW.
Hilfe & Begriffe
Hier finden Sie kurze Antworten, verständliche Erklärungen zu Fachbegriffen und Informationen darüber, wer hinter den verwendeten Quellen steht.
Sofort erklärt
Im Parteienvergleich stehen drei Angaben nebeneinander. Sie beantworten unterschiedliche Fragen.
Beispiel: +2.951 € pro Jahr entsprechen rechnerisch ungefähr +246 € pro Monat. Das Zeichen ≈ macht sichtbar: Der Monatswert ist eine abgeleitete Orientierung.
Suchen
Geben Sie einen Begriff, eine Abkürzung, ein Institut oder einen Namen ein. Groß- und Kleinschreibung spielen keine Rolle.
Versuchen Sie ein kürzeres Wort oder setzen Sie den Bereich auf „Alle Bereiche“.
Häufige Fragen
Nein. Der Datencheck vergleicht messbare Wirkungen nach denselben Regeln. Er entscheidet nicht, welche politischen Ziele wichtiger sind und vergibt deshalb auch keinen Gesamtsieger.
Ein Gesamtwert müsste festlegen, wie stark zum Beispiel Armutsrisiko, verfügbares Einkommen, Einkommensungleichheit und Staatshaushalt gegeneinander gewichtet werden. Das wäre bereits eine politische Wertentscheidung. Deshalb bleiben die einzelnen Wirkungen getrennt sichtbar.
Ein Plus bedeutet: In der ZEW-Modellrechnung hat die jeweilige Einkommensgruppe nach den direkt quantifizierbaren Maßnahmen im Durchschnitt mehr verfügbares Einkommen als im Ausgangszustand. Es bedeutet nicht, dass jeder einzelne Haushalt in dieser Gruppe exakt diesen Wert erreicht.
Weil das Vorzeichen nur die mathematische Richtung beschreibt. Sinkt beispielsweise die Armutsrisikoquote um 2,8 Prozentpunkte, ist der Zahlenwert negativ, die soziale Wirkung – weniger Armutsgefährdung – aber günstig.
Alle Haushalte werden nach ihrem verfügbaren, für die Haushaltsgröße angepassten Einkommen sortiert und in zehn gleich große Gruppen geteilt. Jede Gruppe umfasst 10 Prozent. Der wissenschaftliche Fachbegriff dafür ist Dezil.
Nein. Die Untersuchung erfasst direkt quantifizierbare Vorschläge, insbesondere aus dem Steuer- und Transfersystem sowie zum Mindestlohn. Nicht vollständig berücksichtigt werden beispielsweise spätere Wirkungen auf Beschäftigung, Preise, Investitionen oder Wachstum.
Nein. Die Quellen haben unterschiedliche institutionelle Formen. Destatis ist eine Bundesoberbehörde mit gesetzlich geregelter fachlicher Unabhängigkeit der Statistik. ZEW und DIW sind Forschungsinstitute der Leibniz-Gemeinschaft. Das IAB ist die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit und arbeitet wissenschaftlich unabhängig. EZB, OECD und IWF sind europäische beziehungsweise internationale Institutionen. Diese Unterschiede werden auf dieser Seite offen benannt.
Ein Parteiprogramm belegt zuverlässig, was eine Partei fordert. Es ist aber kein unabhängiger Nachweis dafür, welche Wirkung diese Forderung später tatsächlich hätte. Deshalb trennt der Datencheck politische Primärquellen von Modellrechnungen, amtlicher Statistik und empirischer Forschung.
Aussagen werden präzisiert oder korrigiert, wenn vollständigere Daten einen früheren Befund verändern. Ein Beispiel ist die frühere Hervorhebung von „neun von zehn Einkommensgruppen im Plus“ bei der Linken: Im vollständigen Vergleich zeigte sich, dass die bloße Zahl positiver Gruppen kein ausreichender Vergleichsmaßstab ist.
Weil nicht nur zählt, ob Einkommen steigen, sondern wie stark sie in verschiedenen Gruppen steigen. Wenn höhere Einkommen deutlich stärker zulegen als niedrigere, kann die Ungleichheit wachsen. Außerdem sind Gruppenwerte Durchschnittswerte und bilden nicht jede einzelne Haushaltskonstellation ab.
Die ZEW-Euro-Werte sind Jahreswerte. Auf der Website steht deshalb zuerst der Originalwert als „€ / Jahr“.
Zusätzlich zeigen wir einen Monatswert mit dem Zeichen ≈. Dieser Monatswert ist eine von uns abgeleitete Orientierung: Jahreswert ÷ 12, auf volle Euro gerundet.
Beispiel: +2.951 € pro Jahr entsprechen rechnerisch ungefähr +246 € pro Monat.
Die ZEW-Gruppen basieren auf dem verfügbaren Haushaltseinkommen im Modellstatus 2024, angepasst an Haushaltsgröße und -zusammensetzung. Die Studie veröffentlicht für die zehn Gruppen keine einfachen Euro-Grenzen. Deshalb zeigen wir keine erfundenen Spannen, sondern den aus den veröffentlichten Prozent- und Euro-Werten rekonstruierten Gruppen-Durchschnitt.
| Einkommensgruppe | Ø verfügbares Einkommen / Monat |
|---|---|
| ärmste 10 % | Ø ca. 1.070 € / Monat |
| 10–20 % | Ø ca. 1.820 € / Monat |
| 20–30 % | Ø ca. 2.230 € / Monat |
| 30–40 % | Ø ca. 2.670 € / Monat |
| 40–50 % | Ø ca. 3.160 € / Monat |
| 50–60 % | Ø ca. 3.660 € / Monat |
| 60–70 % | Ø ca. 4.240 € / Monat |
| 70–80 % | Ø ca. 5.000 € / Monat |
| 80–90 % | Ø ca. 5.930 € / Monat |
| reichste 10 % | Ø ca. 9.820 € / Monat |
Für Singles entspricht der Wert ungefähr dem verfügbaren Haushaltseinkommen. Bei Mehrpersonenhaushalten muss die OECD-Äquivalenzskala berücksichtigt werden. Der Parteienvergleich bietet dafür eine kleine Haushaltsumrechnung.
Glossar
Die Erklärung steht immer sichtbar im Text. Das HTML-Element <abbr> ist auf anderen Seiten nur eine zusätzliche Hilfe – die Bedeutung wird nicht ausschließlich über Hover oder ein Tooltip vermittelt.
ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Ein Wirtschaftsforschungsinstitut in Mannheim und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die zentrale Parteien-Modellrechnung dieser Website stammt vom ZEW.
Sozio-oekonomisches Panel. Eine große, seit 1984 laufende Wiederholungsbefragung von Menschen und Haushalten in Deutschland. Die ZEW-Modellrechnung nutzt SOEP-Daten als Grundlage.
Kurzname des Statistischen Bundesamtes. Es liefert die amtlichen deutschen Statistiken, die nach den gesetzlichen Grundsätzen der Neutralität, Objektivität und fachlichen Unabhängigkeit erstellt werden.
European Union Statistics on Income and Living Conditions – auf Deutsch: EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen. Sie liefert vergleichbare Daten zu Armut, Einkommen und Lebensbedingungen.
At Risk of Poverty or Social Exclusion. Gemeint ist der Anteil der Menschen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind.
Europäische Zentralbank; englisch European Central Bank (ECB). Sie ist die Zentralbank des Euroraums und hat als Hauptziel Preisstabilität.
Organisation for Economic Co-operation and Development – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Eine zwischenstaatliche Organisation, die Daten, Analysen und Politikempfehlungen erarbeitet.
Internationaler Währungsfonds; englisch International Monetary Fund (IMF). Eine internationale Organisation mit 191 Mitgliedsländern, die sich mit Finanzstabilität, wirtschaftspolitischer Beratung und internationaler Zusammenarbeit befasst.
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Sie untersucht den Arbeitsmarkt empirisch und arbeitet wissenschaftlich unabhängig.
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin. Ein unabhängiges, öffentlich gefördertes Forschungsinstitut und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Prozentpunkte. Sie beschreiben den absoluten Unterschied zwischen zwei Prozentwerten. Steigt eine Quote von 10 auf 12 Prozent, sind das +2 Prozentpunkte – aber +20 Prozent relativ zum Ausgangswert.
Web Content Accessibility Guidelines. Internationale Leitlinien für barrierefreie Webinhalte. Die Website orientiert sich an WCAG 2.2.
Eine von zehn gleich großen Gruppen einer sortierten Verteilung. Auf dieser Website wird stattdessen bewusst „ärmste 10 %“, „10–20 %“ usw. geschrieben.
Eine von fünf gleich großen Gruppen. Jedes Quintil umfasst 20 Prozent einer sortierten Bevölkerung.
Ein Grenzwert innerhalb einer sortierten Verteilung. Das 90. Perzentil bedeutet: 90 Prozent liegen auf oder unter diesem Wert, 10 Prozent darüber.
Der mittlere Wert einer sortierten Reihe: Eine Hälfte liegt darunter, die andere darüber. Der Median ist weniger anfällig für einzelne sehr hohe oder sehr niedrige Werte als der Durchschnitt.
Ein statistisches Maß für Ungleichheit. Vereinfacht gilt: Je niedriger der Wert, desto gleichmäßiger ist die betrachtete Verteilung; je höher, desto ungleicher.
Das Einkommen, das einem Haushalt nach Steuern und Sozialabgaben sowie unter Einbeziehung empfangener staatlicher Transfers zur Verfügung steht.
Ein Haushaltseinkommen, das an Größe und Zusammensetzung des Haushalts angepasst wird. So können etwa Einpersonenhaushalte und Familien sinnvoller miteinander verglichen werden.
Anteil der Menschen, deren Einkommen unter einer festgelegten relativen Armutsgefährdungsschwelle liegt. In EU-Auswertungen liegt diese Schwelle üblicherweise bei 60 Prozent des mittleren äquivalenzgewichteten Einkommens.
Auf dieser Website: Anteil der Menschen, deren Wohnkosten mehr als 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens ausmachen – entsprechend der verwendeten Destatis-/Eurostat-Definition.
Eine rechnerische Simulation, die Regeln – zum Beispiel Steuern oder Transfers – auf reale oder repräsentative Haushaltsdaten anwendet. Sie zeigt, was unter den Modellannahmen herauskommt; sie ist keine sichere Zukunftsvorhersage.
Das Evaluationsmodell des ZEW für integrierte Steuer- und Transferpolitik-Analysen. Mit diesem Modell wurden die direkten finanziellen Wirkungen der untersuchten Wahlprogrammvorschläge berechnet.
Der unmittelbar berechenbare Effekt einer Regeländerung – zum Beispiel eine andere Steuer oder Transferleistung – bevor spätere Reaktionen von Unternehmen, Beschäftigten, Preisen oder Investitionen berücksichtigt werden.
Eine spätere indirekte Reaktion auf eine Maßnahme, etwa veränderte Beschäftigung, Investitionen, Preise, Löhne oder Konsum. Solche Effekte sind in der zentralen ZEW-Auswertung nicht vollständig enthalten.
Den Staatshaushalt betreffend. „Fiskalische Wirkung“ bedeutet also: Wie verändern sich staatliche Einnahmen oder Ausgaben?
Eine staatliche Geldleistung an Haushalte, der keine direkte Gegenleistung gegenübersteht – beispielsweise bestimmte Sozialleistungen.
Der Anteil eines zusätzlichen Euro Einkommen, der zusätzlich ausgegeben statt gespart wird. „Marginal“ bedeutet hier: bezogen auf eine zusätzliche Einheit Einkommen.
Ein Effekt, bei dem öffentliche Investitionen zusätzliche private Investitionen anstoßen – beispielsweise weil bessere Infrastruktur private Projekte rentabler macht. Das Gegenstück wird oft „Crowding-out“ genannt.
Nachvollziehbare Belege für eine Aussage – etwa amtliche Daten, eine empirische Studie oder eine transparente Modellrechnung. Evidenz ist stärker, wenn Methode, Daten und Grenzen überprüfbar sind.
Die ursprüngliche Quelle einer Information. Ein Wahlprogramm ist zum Beispiel die Primärquelle dafür, was eine Partei fordert. Es beweist aber nicht automatisch die Wirkung der Forderung.
Ein Ergebnis, das einer naheliegenden oder gewünschten Schlussfolgerung widerspricht oder sie begrenzt. Gegenbefunde bleiben auf dieser Website sichtbar, weil sie die Prüfung glaubwürdiger machen.
Ein statistischer Zusammenhang zwischen zwei Größen. Eine Korrelation allein beweist noch nicht, dass die eine Größe die andere verursacht.
Ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang: Eine Veränderung von A bewirkt eine Veränderung von B. Kausalität zu belegen ist anspruchsvoller als nur einen statistischen Zusammenhang zu zeigen.
„Nominal“ bedeutet in aktuellen Geldbeträgen. „Real“ bedeutet preisbereinigt. Reale Werte berücksichtigen also, dass sich die Kaufkraft durch Inflation verändern kann.
Quellen verstehen
Forschungsinstitut, Behörde, Zentralbank und internationale Organisation sind nicht dasselbe. Deshalb nennen wir die institutionelle Rolle ausdrücklich.
Forschungsinstitut · Leibniz-Gemeinschaft
Forschungsdaten-Infrastruktur
Amtliche Statistik · Bundesoberbehörde
EU-Institution · Zentralbank
Zwischenstaatliche Organisation
Internationale Organisation
Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit
Forschungsinstitut · Leibniz-Gemeinschaft
Internationale Forschungsdaten-Infrastruktur
Weitere früher verwendete Stellen
Diese Stellen tragen nicht den zentralen Parteienvergleich, sind aber für einzelne Rechts-, Kontext- oder Barrierefreiheitsangaben wichtig.
Bundesministerium
Primärquelle zur geltenden Mindestlohn-Regelung und zu arbeitsrechtlichen Informationen.
Politische Bildung
Kontextquelle zu Parteien, Programmatik und politischer Bildung; keine Modellierungsquelle des Einkommensvergleichs.
Parlamentarische Fachinformation
Quelle für einzelne rechtliche und parlamentarische Referenzwerte; getrennt von Parteiprogrammen und ZEW-Modellrechnung.
Webstandard
Normative Referenz für die Barrierefreiheitsprinzipien dieser Website.
Autorenschaft
Institutsleitung und Autorenschaft werden getrennt. Eine Präsidentin oder ein Direktor ist nicht automatisch Autor einer Publikation des eigenen Hauses.
ZEW-Wahlprogrammstudie 2025
Autoren der zentralen ZEW-Publikation „Reformvorschläge der Parteien zur Bundestagswahl 2025: Finanzielle Auswirkungen“. Die Recherchen zu den Wahlprogrammen wurden laut ZEW in Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung unterstützt; die Berechnungen führte das ZEW durch.
EZB Economic Bulletin 4/2025
Der von uns verwendete EZB-Artikel wurde von Pedro Baptista, Maarten Dossche, Andrew Hannon, Dorian Henricot, Omiros Kouvavas, Davide Malacrino und Larissa Zimmermann erstellt.
OECD Working Paper
Autor des verwendeten OECD-Arbeitspapiers „Trends in Income Inequality and its Impact on Economic Growth“ (2014).
IAB Discussion Paper 16/2025
Autor der verwendeten IAB-Studie „The Impact of the Minimum Wage on Initial Labour Market Outcomes“ zu Berufseinsteigern und Mindestlohn.
DIW Wochenbericht 8/2021
Autoren der verwendeten Untersuchung zu den unmittelbaren Auswirkungen des Berliner Mietendeckels auf Angebotsmieten und Wohnungsangebot.
Wichtig zur Einordnung
Namen wie Ruth Brand, Christine Lagarde, Mathias Cormann, Kristalina Georgieva, Bernd Fitzenberger oder Marcel Fratzscher werden hier zur institutionellen Einordnung genannt. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass sie die jeweils zitierte Einzelstudie persönlich verfasst haben.
Quellenkompetenz
Eine seriöse Quelle kann trotzdem nur einen Teil der Gesamtfrage beantworten. Diese vier Schritte helfen bei der Einordnung.
1
Amtliche Messung, Modellrechnung, empirische Studie, politische Primärquelle oder Kommentar?
2
Direkte Einkommenswirkung, langfristiges Wachstum, Beschäftigung, Mieten oder nur die politische Forderung?
3
Institutionelle Leitung und Studienautorenschaft nicht verwechseln. Deshalb führen wir beide Rollen getrennt und verlinken offizielle Profile.
4
Zeitraum, Annahmen, fehlende Zweitrundeneffekte, Stichprobe oder Unsicherheit immer mitlesen.
Weitere Hilfe
Dann ist das für uns ein Usability-Hinweis. Die Website soll ohne Fachstudium verständlich sein. Nutzen Sie die Suche oben oder wechseln Sie direkt zur Methodik und zu den Originalquellen.
Vermögen & Kapital
Vier kurze Antworten trennen Vermögen, Einkommen, Kapital und Messunsicherheit.
Finanzielle Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen oder Bankguthaben plus nichtfinanzielle Vermögenswerte wie Immobilien und Land, abzüglich Schulden. Es ist ein Bestand zu einem Zeitpunkt – kein Monats- oder Jahreseinkommen.
Von je 100 Euro privatem Nettovermögen entfallen nach der WIR-Schätzung für Deutschland 27,70 Euro auf das reichste 1 Prozent. Die restlichen 99 Prozent besitzen zusammen 72,30 Euro. Diese 99 Prozent sind aber sehr ungleich: Die untere Hälfte besitzt zusammen nur 3,40 Euro.
Nein. Vermögen besteht zu großen Teilen aus Immobilien, Unternehmen, Aktien, Anleihen und anderen Vermögenswerten. Diese können Finanzierung, Investitionen und Kapitalerträge ermöglichen. Die Verteilungszahl sagt zunächst nur, wem die Vermögenswerte zugerechnet werden.
Die DIW-Schätzung von 35,3 Prozent bezieht sich auf 2019 und ergänzt eine Hochvermögenden-Stichprobe sowie eine Reichenliste. Der WIR-Wert von 27,7 Prozent bezieht sich auf 2024 und verwendet eine andere harmonisierte Methodik. Wir behandeln die Werte deshalb nicht als direkte Zeitreihe, sondern als Hinweis darauf, dass Vermögen an der Spitze statistisch schwer zu messen ist.
Fachbegriff
Alle finanziellen und nichtfinanziellen Vermögenswerte minus Schulden.
Fachbegriff
Der Anteil einer Bevölkerungsgruppe am gesamten erfassten Nettovermögen. 27,7 % bedeutet: 27,7 von 100 Euro des Gesamtbestands.
Begriffsklärung
Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet. Für die Verteilungszahl sprechen wir präziser von privatem Nettovermögen. „Kapital“ kann in der Ökonomie enger die für Produktion oder Finanzierung eingesetzten Vermögensbestände bezeichnen.
Neue Hilfe · Wirkungsmonitor
Die wichtigsten neuen Begriffe in kurzer, bürgerverständlicher Form.
Weil gleichzeitig viele andere Dinge wirken können: Konjunktur, Energiepreise, Zinsen, Demografie oder andere Gesetze. Für einen Kausalschluss braucht man einen plausiblen Vergleich dazu, was ohne die Reform geschehen wäre.
Man vergleicht die Veränderung einer stark betroffenen Gruppe mit der Veränderung einer möglichst ähnlichen, wenig betroffenen Gruppe – jeweils vor und nach der Reform. Entscheidend ist unter anderem, ob sich beide Gruppen vorher ähnlich entwickelt haben.
Eine Event Study zeigt mehrere Zeitpunkte vor und nach einer Maßnahme. So wird sichtbar, ob Unterschiede schon vor Inkrafttreten bestanden oder erst danach entstanden.
Es zeigt die statistische Unsicherheit einer Effektschätzung. Ein einzelner Punktschätzer kann positiv sein, obwohl die Daten zugleich auch einen kleinen negativen Effekt zulassen.
Hypothese, Messgrößen und Auswertungsmethode werden möglichst festgelegt, bevor das spätere Ergebnis bekannt ist. So sinkt das Risiko, im Nachhinein nur passende Kennzahlen auszuwählen.